Archiv für Juli 2018

Bundestreffen der Arbeitskreise Kritische Soziale Arbeit 2018 in Leipzig

Bundestreffen der Arbeitskreise Kritische Soziale Arbeit 2018
von Freitag, 16.11.2018 bis Sonntag, 18.11.2018
an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Soziale Arbeit und Emanzipation? – Aktuelle Grenzbestimmungen und (Un-)Möglichkeiten ihrer Überwindung

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Soziale Arbeit und Emanzipation: Widerspruch oder notwendige Einheit?
Wir sagen: beides zugleich!

Ohne Zweifel ist ein Großteil Sozialer Arbeit sowohl auf der organisatorischen Ebene als auch in der konkreten Tätigkeit an der Aufrechterhaltung bestehender Herrschaftsverhältnisse beteiligt. Sie ist die notwendige Begleiterscheinung einer Gesellschaftsformation, die periodisch Krisen erzeugt und ihren Reichtum systematisch aus der Armut der Mehrheit der Menschen gewinnt. Soziale Arbeit fungiert dabei als Instrument staatlicher Sozialpolitik, in deren Auftrag sie Armut betreut und Elend verwaltet. In diesem Rahmen fällt ihr die Rolle zu, Krisentendenzen und Widersprüche der kapitalistischen Entwicklungsdynamik einzuhegen und die Verwertungsbedingungen des Kapitals zu gewährleisten. Die Folgen dessen erfahren Akteur*innen ebenso wie Nutzer*innen der Sozialen Arbeit tagtäglich am eigenen Leib.
In weiten Teilen der Praxis bedeutet dies: effiziente Zielerreichung statt offener Gestaltungsmöglichkeiten, arbeitsmarktorientierte Verhaltenskontrolle statt lebensweltorientierter Entwicklungsräume, hierarchisch-autoritäre statt solidarisch-kooperative Beziehungsformen und eben auch bloße Pannenhilfe statt der Bekämpfung der Ursachen für diese Pannen. Für das Selbstverständnis Sozialer Arbeit ist diese Indienstnahme hoch problematisch und oftmals inakzeptabel.

Wenn wir nun sagen »beides zugleich!« bedeutet dies jedoch auch, dass wir jenseits dieser Verstrickungen Handlungsspielräume in den Fokus setzten wollen, in denen sich Soziale Arbeit diesem Herrschafts- und Disziplinierungsregime entgegenstellen kann. Damit knüpfen wir direkt an die Diskussionen der letzten AKS Bundestreffen an und möchten in diesem Jahr folgende Fragen aufwerfen:

- Wie kann Emanzipation innerhalb der Profession Soziale Arbeit aussehen? Wie kann Vorurteilen, Ausschlussdenken und einer ökonomistischen Logik
innerhalb der Sozialen Arbeit Einhalt geboten werden?
- Wie kann Emanzipation mit der Sozialen Arbeit aussehen? Inwiefern kann Soziale Arbeit dazu beitragen mehr Selbstbestimmung und Unabhängigkeit ihrer
Nutzer*innen zu erstreiten?
- Wie lässt sich eine Emanzipation von Sozialer Arbeit denken? Wie wären Bedingungen herzustellen, unter denen Soziale Arbeit als Herrschaftsinstrument
überflüssig würde?

Wir wollen euch einladen, diese und weitere Themen mit uns gemeinsam auf dem Vernetzungstreffen zu diskutieren. Geplant sind neben Vorträgen, Diskussionsrunden und einer Party auch zahlreiche Workshops.
Bisher sind folgende Workshops bestätigt:

- »Postdemokratie« und Grenzen Sozialer Arbeit (René Haase, AKS Leipzig)
- Emanzipation und Utopie in der Sozialen Arbeit (Uwe Hirschfeld, EHS Dresden)
- (Verbale) Auflehnung am Arbeitsplatz (AKS Berlin)
- Gewerkschaftliche Organisierung und Interessenvertretung von Sozialarbeiter*innen (GEW und ver.di Leipzig)
- Zur Kritik an der zunehmenden Privatisierung von (Hochschul-)Ausbildung in den letzten 20 Jahren am Beispiel Soziale Arbeit (Nicolas Grießmeier, Rafael
Alfaro vom AKS München; Rodolfo Bohnenberger vom AKS Bremen)

In Planung sind desweiteren Auseinandersetzungen mit Themen wie Rassismus, Antisemitismus und Geschlechterverhältnissen in der Sozialen Arbeit. Wir werden euch über die weitere Entwicklung des Programmes auf dem Laufenden halten.

Informationen dazu werden zeitnah hier veröffentlicht oder unter:
http://aksleipzig.blogsport.de/

Kontakt und Anmeldung unter:
aks.bundestreffen2018.leipzig@gmail.com

Bitte gebt an, ob ihr einen Schlafplatz oder eine Kinderbetreuung benötigt.

Wie freuen uns auf ein spannendes und erkenntnisreiches Vernetzungstreffen mit euch.