Vortrag am 17.05.2019: „…und raus bist du!“ Zum Verhältnis von sozialer Ausschließung und instrumenteller Akzeptanz im Drogenhilfesystem.

Die akzeptierende Drogenhilfe als interdisziplinäres Arbeitsfeld will ihrem Selbstverständnis nach die gesellschaftliche Teilhabe ihrer Adressat_innen befördern. Allerdings lässt sich sowohl empirisch als auch anhand von gesellschaftstheoretischen Analysen zeigen, dass stattdessen die soziale Ausschließung von Drogenkonsument_innen mitunter durch die Soziale Arbeit reproduziert wird. Vor diesem Hintergrund sprechen Schmidt-Semisch und Wehrheim von einer „exkludierenden Toleranz“: Die Akzeptanz wird instrumentell gewendet, um einen sozialstaatlich regulierten Umgang mit prekarisierte Personengruppen zu finden, deren Arbeitskraft ökonomisch nicht verwertbar erscheint. Die gesellschaftliche Ausschließung und Stigmatisierung lässt sich in diesem Kontext als Einschränkung der subjektiven Handlungsfähigkeit begreifen, die zur Beschädigung des Subjekts führen kann. Im Rahmen dieses Vortrags soll diskutiert werden, welchen Umgang eine Kritische Soziale Arbeit mit diesem Widerspruchsverhältnis zwischen Ausschließung und Akzeptanz finden kann. Für diesen Reflexionsprozess kann es gewinnbringend sein, auf den Begriff der „Handlungsfähigkeit“ bei Holzkamp und den der „Spontaneität“ bei Adorno zurückzugreifen. Ein solcher Reflexionsprozess kann befördert werden durch die konstruktive Verschränkung der Perspektiven einer Kritischen Sozialen Arbeit, Kritischen Psychologie und Kritischen Theorie der Gesellschaft. Als Gegenentwurf zur „exkludierenden Toleranz“ soll schließlich die Idee einer emanzipatorischen Akzeptanz skizziert werden, die nicht allein auf die Aufhebung von Ausschließung durch Integration abzielt, sondern den Eigensinn der Subjekte akzeptiert.

Zur referierenden Person: Marcus Beisswanger hat Soziale Arbeit an der Evangelischen Hochschule Darmstadt studiert und zuletzt den interdisziplinären Masterstudiengang Suchthilfe an der Katholischen Hochschule Köln absolviert. Seit 2009 ist er in verschiedenen Arbeitsfeldern der Drogenhilfe tätig. Er ist Mitglied im Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Darmstadt, in der Gesellschaft für Psychoanalytische Sozialpsychologie und im Promotions- und Forschungskolloqium „Produktion des Sozialen from below“ bei Helga Cremer-Schäfer. In seiner wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit einer gesellschaftstheoretischen Perspektive auf die Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit und Psychologie. Derzeit arbeitet er an zwei Fachartikeln zum Vortragsthema und zur Kritik an achtsamkeitsbasierten Verfahren in der Suchttherapie.

Datum: Freitag, 17.05.2019, 19 Uhr
Ort: HTWK Leipzig – Lipsius-Bau,
Zimmer 112, Karl-Liebknecht-Straße 145, 04277 Leipzig

Info-Telefon während des Bundestreffens

Von Freitag 10 Uhr bis Sonntag 14 Uhr könnte ihr uns bei Fragen, Anmerkungen und Kritik
unter folgender Nummer erreichen: 017666286564.

Ort des AKS Bundestreffens + Anfahrtsbeschreibung

Ort des Bundestreffens:

Das Bundestreffen wird im Geutebrück-Bau der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) stattfinden.

HTWK- Geutebrück-Bau; Karl-Liebknecht-Straße 132, 04277 Leipzig
https://www.htwk-leipzig.de/de/hochschule/standorte-lageplan/ueber-unsere-gebaeude/geutebrueck-bau/

Am Samstag werden zudem einige Workshops im Lipsius-Bau stattfinden (nicht wie erst angegeben im Föppl-Bau):
HTWK – Lipsius-Bau; Karl-Liebknecht-Straße 145, 04277 Leipzig
https://www.htwk-leipzig.de/hochschule/standorte-lageplan/ueber-unsere-gebaeude/lipsius-bau/

Die Party am Samstagabend findet in der Frauenkultur statt:
Frauenkultur Leipzig e.V.; Windscheidstr. 51, 04277 Leipzig
https://www.frauenkultur-leipzig.de/Verein/Anfahrt.html

Anfahrtsbeschreibung:

Mit Bahn:

Wer mit dem Zug am Hauptbahnhof ankommt, kann mit der Straßenbahnlinie 10 (in Richtung Lößnig) oder 11 (in Richtung Markkleeberg Ost) bis zur Haltestelle „Richard-Lehmann-Str./ HTWK“ fahren und dort aussteigen. In Fahrtrichtung über die Kreuzung befindet sich auf der rechten Seite der Geutebrück-Bau.

Mit Auto:

Aus dem Süden
- Per B2 aus Richtung Gera und Chemnitz. Runter an der Ausfahrt „Koburger Straße“ und von da auf die Wolfgang-Heinze-Straße bis zum Connewitzer Kreuz fahren, dann gerade aus weiter auf der Karl-Liebknecht-Straße.
- Per A38. Bis zur Kreuzung „Leipzig Süd“ und dort auf die B2 fahren. Für den restlichen Weg s.oben.
- Per A9 aus Richtung München, Nürnberg, Jena. Fahrt auf der A9 bis zum „Kreuz Rippachtal“ und wechselt auf die A38. Für den restlichen Weg s. oben.

Aus dem Norden
- Per A9 aus Berlin. Entweder fahrt ihr bis zur Kreuzung „Leipzig-West“ und wechselt dann auf die B181. Fahrt dann bis ins Zentrum. Von dort weiter Richtung Süden in Richtung Südvorstadt und Connewitz. Wenn ihr am Connewitzer Kreuz vorbeifahrt, seid ihr zu weit und müsst ein Stück auf der Karl-Liebknecht-Straße zurück.
Oder ihr wechselt von der A9 auf die A14 am „Schkeuditzer Kreuz“ und fahrt weiter bis zum „Kreuz Leipzig-Mitte“. Von da die B2 bis ins Zentrum. Von da an s.oben.

Aus dem Osten
- Per A14 aus Richtung Dresden. Am „Dreieck Parthenaue“ fahrt ihr auf die A38 und folgt ihr bis zum Kreuz „Leipzig Süd“. Da fahrt ihr auf die B2 und fahrt Richtung Norden. Runter an der Ausfahrt „Koburger Straße“ und von da auf die Wolfgang-Heinze-Straße bis zum Connewitzer Kreuz fahren, dann gerade aus weiter auf der Karl-Liebknecht-Straße.
- Per B87 aus Richtung Torgau. Fahrt auf der Torgauer Straße bis zu ihrem Beginn und dann weiter auf der Wurzener Straße. Folgt dann der doppelspurigen Straße über die Brücke entlang der Riebeckstraße bis ihr zur Kreuzung mit der B2 kommt. Überquert die Kreuzung weiter in Fahrtrichtung, vorbei an der deutschen Nationalbibliothek und am MDR jeweils zu eurer linken. Ihr seid jetzt auf der Kurt-Eisner-Straße und kommt nach kurzer Zeit zur Kreuzung mit der Karl-Liebknecht-Straße. Hier links abbiegen und bis zur nächsten großen Kreuzung fahren. Rechts über der Kreuzung liegt der Geutebrück-Bau der HTWK.

Aus dem Westen
- Per B181 aus Richtung Merseburg. In Leipzig weiter auf B181, dann dem Straßenverlauf über die B87 folgen bis ihr im Zentrum seid. Von dort Richtung Süden fahren in Richtung Südvorstadt und Connewitz. Wenn ihr am Connewitzer Kreuz vorbeifahrt, seid ihr zu weit und müsst ein Stück auf der Karl-Liebknecht-Straße zurück.

Programm AKS Bundestreffen

Freitag 16. November 2018
Ab 17 Uhr Anreise & Anmeldung
18:30 – 19:00 Begrüßung
19:00 – 20:45 Podium: Soziale Arbeit und Emanzipation? – Aktuelle Grenzbestimmungen und (Un-)Möglichkeiten ihrer Überwindung
20:45 – 21:00 Ausblick

Samstag 17. November 2018
09:00 – 09:20 Begrüßung und Organisatorisches
09:20 – 11:40 Neuigkeiten aus den AKS
11:40 – 12:00 Kurzvorstellung der Workshops
Mittagspause mit Essen von Crew aus Leipzig
14:00 – 17:00 Workshop-Phase
Abendessen (selbstorganisiert)
19:00 – 20:45 Vernetzungs-Café
Ab 21:00 Party in der Frauenkultur Leipzig

Sonntag 18. November 2018
10:00 Begrüßung und Organisatorisches
10:15 – 11:15 Auswertung Vernetzungscafé und Diskussion
11:15 – 13:00 Vortrag: „In Rassismus involviert? Reflexionen über Wissen, Affekte, Sprache und Emanzipation“
Referent_in: Anna Nikolenko, LAG pokuBi Sachsen e. V.
13:00 Ausklang

Beschreibung der Workshops
1) Soziale Arbeit und Emanzipation – feministische Reflexionen
Referent*in: Susanne Maurer (Uni Marburg)
Teaser: Überlegungen zu und konkrete Projekte und Initiativen einer kritischen Sozialen Arbeit blenden nicht selten ihre Geschlechterdimension aus. Der Workshop wendet sich deshalb bewusst und ausdrücklich feministischen Perspektiven auf Emanzipation zu. Wir erarbeiten – ausgehend von den Anliegen, Interessen und offenen Fragen der Teilnehmer_innen – wie die kritische Reflexion von Geschlechterverhältnissen in den heutigen Bestrebungen kritischer Sozialer Arbeit (neu) verortet werden kann.

2) Handlungsleitfaden für (verbale) Auflehnung am Arbeitplatz
Referent*innen: Anja Borchert, Jens Brand, Sascha Omidi und Thomas Gottschlich (AKS Berlin)
Teaser: An ihren Arbeitsplätzen sind Sozialarbeitende häufig mit Aussagen (bspw. rassistisch, sexistisch, klassistisch) oder Dienstanweisungen konfrontiert, die mit der eigenen Haltung unvereinbar sind. Oft fehlt dann das passende Argument, die Geistesgegenwart oder die Kraft, um zu reagieren. Mit dem „Handlungsleitfaden für (verbale) Auflehnung am Arbeitsplatz“ möchte der AKS Berlin Anregungen geben, in schwierigen Situationen die eigenen (emanzipatorischen) Positionen zu bekräftigen. Im Workshop wollen wir den Teilnehmer*innen das bisher Erarbeitete vorstellen und mit ihnen darüber diskutieren.

3) Emanzipation und Utopie in der Sozialen Arbeit
Referent*in: Uwe Hirschfeld (Evangelische Hochschule Dresden Dresden)
Teaser: Oftmals sind in der Praxis Sozialer Arbeit die erstrebten Ziele bescheidener Art – da von Emanzipation und Utopie zu tönen, klingt vermessen. Doch gerade deshalb ist es wichtig, sich mit den großen Begriffen auseinanderzusetzen und ihren Gehalt zu klären. Es ist ja ein gewaltiger Unterschied, ob man z.B. Utopie als unrealistische Spinnerei denkt oder als den nächsten Schritt. Von besonderem Interesse ist es zu diskutieren, wie die Emanzipation und Utopie zusammenhängen. In dem workshop soll auf der Basis alltäglicher Erfahrungen der Teilnehmer*innen eine begrifflich reflektierte Handlungskompetenz erreicht werden.

4) „Krise der Demokratie?“ – Workshop zu Grenzen und Möglichkeiten politischer Bildungsarbeit und Sozialer Arbeit in Sachsen
Referent*in: René Haase (AKS Leipzig)
Teaser: Sachsen war in den vergangenen Jahren nicht selten Schauplatz beunruhigender Nachrichten und Entwicklungen. PEGIDA, Clausnitz, Bautzen, Heidenau und Chemnitz sind dabei nur die sichtbaren Spitzen des Eisberges und drängen zur eingehenden Analyse der Tiefenstruktur sächsischer Verhältnisse. Auch die Verdrängung demokratiepolitischer Bildungs- und Kulturarbeit sowie die massenhafte Kriminalisierung linken und antifaschistischen Engagements gehören zum sächsischen Alltag und sind als Mechanismus politischen Willens zu betrachten. Die zentrale Frage des Workshops könnte daher lauten: Was läuft falsch mit dem, was seit einigen Jahren unter dem pejorativen Begriff „sächsische Demokratie“ firmiert? Sachsen aber, so die These, ist kein singuläres- oder Ausnahmephänomen. Auf globaler Ebene lassen sich strukturelle Gemeinsamkeiten von Krisenprozessen demokratischer Gesellschaften ausmachen. So drängt sich die Frage auf: Was haben die vor allem in den fortgeschrittenen westlichen „Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften“ zu beobachtenden politischen Umbrüche und der Zulauf sowie die (öffentliche) Artikulations- und Handlungsfähigkeit vom Nationalismus und Protektionismus getragener Bewegungen gemeinsam? Im Anschluss hieran ist zu fragen: Lassen sich mit Blick auf den Osten der BRD, vor allem auf Sachsen, Einblicke in politische und sozioökonomische Besonderheiten ostdeutscher Provenienz gewinnen? Zentrale These des Workshops soll hierbei sein, dass die Analyse „sächsischer Zustände“ uns in die Lage versetzt, den Auftrieb von Autoritarismus und neuem rechten Selbstbewusstsein als gar nicht gänzlich neu zu begreifen und sie in den Kontext reaktionärer gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen einzubetten. Dabei soll nicht zuletzt eine Beantwortung der Fragen anvisiert werden, ob wir nicht von einer Krise des Kapitalismus sprechen können, die sich in einer „Krise der Demokratie“ widerspiegelt, und welche kollektiven und längerfristigen Handlungsperspektiven sich für politische Basis- und Bildungsarbeit sowie die Soziale Arbeit denken lassen.

5) Kritische Soziale Arbeit und Gemeinwesenarbeit
Referent*innen: Michael May, Marcel Schmidt, Friedemann Affolderbach (HS RheinMain)
Teaser: In unserem Workshop stellen wir die Frage wie eine kritisch verstandene Soziale Arbeit als eine Arbeit am Gemeinwesen aussehen kann.
Ausgehend von einem konkreten Beispiel der Selbstorganisation einer antirassistischen Initiative werden Potentiale der Selbstorganisation eines demokratischen Gemeinwesens thematisiert. Ins Blickfeld kommen die Eigenaktivitäten der Leute, die Dinge die sie selbst tun, ihre Bildung von Zusammenhängen. Was bedeutet es, wenn sich Leute aufmachen und von unten, orientiert an einer demokratischen Idee, beginnen sich selbst zu organisieren? Mit welchen Begriffen lässt sich dies denken? (Friedemann Affolderbach)
Anknüpfend an Burkhard Müllers mulitperspektivisches Fallverstehen wird dieses mit Henri Lefebvre metaphilosophisch gewendet und um das (sogenannte) Recht auf Stadt ergänzt. (Marcel Schmidt)
Beide Skizzen werden von Michael May aufgegriffen. Er wird konkrete Ansatzpunkte zur Verwirklichung eines demokratischen Gemeinwesen skizzieren. Angeschlossen wird dabei einerseits an Freires Ansatz an „Grenzsituationen“ der Verwirklichung menschlicher Subjektivität, um subalterne Gruppen im Rahmen einer intersektionalitätssensiblen kategorialen Gemeinwesenarbeit zu organisieren. Zum anderen geht es damit verbunden um eine demokratische Aushandlung unterschiedler Geltungsansprüche der einzelnen Gruppen bezüglich einer Teilhabe am Gemeinwesen.

6) Gegen die Fremdbestimmung im Asylverfahren
Referent*innen: Emily Opdenhoff, Oliver Nathan, Clara Reichel, (Refugee Law Clinic Leipzig e.V.)
Teaser: In diesem dreistündigen Workshop wollen wir zunächst die Arbeit der Asylverfahrensberatung und den Verein vorstellen, dann einen kritischen Blick auf den Ablauf des Asylverfahrens und die aktuelle Rechtsprechung im Asyl- und Aufenthaltsrecht werfen. In Gruppenarbeiten wird die Situation von Menschen im Asylverfahren anhand von Anhörungen im Asylverfahren, zweifelhaften Behördenpraktiken wie die sogenannten Zustellungsvollmachten und der Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten aufgezeigt. Insgesamt wollen wir gemeinsam mit den Teilnehmer*innen Hierarchien und Abhängigkeiten im Asylverfahren herausarbeiten, die dauerhafte Fremdbestimmung von Geflüchteten verdeutlichen und uns die Ohnmacht gegenüber staatlichen Entscheidungen vor Augen führen. In einer abschließenden Diskussionsrunde wollen wir gemeinsam u.a. über Handlungsoptionen zur Emanzipation und Selbstbestimmung im Asylverfahren, die Rolle von Multiplikator*innen und die Arbeit dahinter sprechen. Durchgeführt wird der Workshop von dem Refugee Law Clinic Leipzig e.V., der ehrenamtlich kostenfreie Asylverfahrensberatungen in Leipzig anbietet. Neben der Vernetzung mit anderen lokalen Initiativen ist es dem Verein ein besonderes Anliegen möglichst viele Menschen über den Ablauf des Asylverfahrens zu informieren. Im Rahmen der Ausbildung zur Rechtsberater*in, die über zwei Semester in Kooperation mit der Universität Leipzig stattfindet, ermöglicht der Verein durch begleitende Tutorien gerade auch Nicht-Jurist*innen den Zugang zu asylrechtlichem Fachwissen.

7) Kritik der profitorientierten, bzw. Drittmittel abhängigen dualen Studiengänge Soziale Arbeit
Referent*innen: Nicolas Grießmeier (AKS München), Rodolfo Bohnenberger (AKS Bremen)
Teaser: GRASSIERENDER WILDWUCHS AN ÖFFENTLICHEN UND PROFITORIENTIERTEN DUALEN („DIENSTHERRENEIGENEN“) STUDIENGÄNGEN SOZIALE ARBEIT ANGESICHTS VON EKLATANTEM ARBEITSKRÄFTEMANGEL – WAS IST DAVON ZU HALTEN ? ZUNEHMENDE Dominanz UNTERNEHMERISCHEr HOCHSCHULSTRUKTUREN – WO BLEIBT DIE FREIHEIT DER LEHRE ? ZUR KRITIK AN DER ZUNEHMENDEN PRIVATISIERUNG VON (HOCHSCHUL) AUSBILDUNG am Beispiel Soziale Arbeit.

8) Antisemitismus als Krisenideologie der Moderne
Refernt*in: Tom Uhlig (Bildungsstätte Anne Frank)
Teaser: Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, das quer durch alle sozioökonomischen und kulturellen Milieus auftritt, obwohl kaum noch jemand von sich behaupten würde, Antisemit oder Antisemitin zu sein. Als offenes politisches Programm nach 1945 untragbar geworden, sucht sich Antisemitismus als Krisenideologie, Denkform und Welterklärungsmuster immer wieder neue Ausdrucksformen, etwa im Hass auf den jüdischen Staat Israel, in personalisierender Kapitalismuskritik oder Verschwörungstheorien. Die politische Bildungsarbeit ist damit vor die Herausforderung gestellt, für aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus zu sensibilisieren und auf die psychischen wie gesellschaftlichen Funktionen des Antisemitismus zu reagieren.

9) Unabhängige Beratung und Begleitung als Chance der Ermächtigung
Referent*innen: Annegret Münch (KJRV), Valentin Kannnicht (KJRV / BeMiBe Leipzig); Elsa Thurm (Brückensteine)
Teaser: Jugendhilfe – Hilfen zur Erziehung – Leistungsansprüche – Beteiligungsrechte. Diese Begriffe umrahmen das Feld, in dem der Kinder- und Jugendhilferechtsverein aktiv ist. Mit ombudschaftlicher Beratung in Sachsen, einer externen Beschwerdestelle für Mitwirkungs- und Beteiligungsrechte in Einrichtungen der erzieherischen Hilfe in Leipzig und in Projekten mit Careleavern unterstützt der Verein betroffene Kinder, Jugendliche, Familien und junge Volljährige, damit sie ihre Rechte auch tatsächlich verwirklichen können.
Im Workshop werden diese Rechte sowie die Herausforderungen ihrer Durchsetzung thematisiert. postulierten Und es wird vorgestellt, wie die Verein agiert, wenn die von Betroffenen erlebte Praxis von der Fachlichkeit abweicht.

10) Links, kritisch, Soziale Arbeit – und ich? Austausch, Diskussionen und Vernetzung für POC, Schwarze Menschen und Personen mit Migrationsgeschichte
Referent*innen: Lalitha Chamakalayil (AKS Freiburg), Manie Singh (Dresden)
Teaser: Gemeinsam mit Euch diskutieren wir anhand eines Textes über Rassismuserfahrungen als POC/ Schwarze Menschen/ MMM in der Sozialen Arbeit. Schwerpunkte dabei sind insbesondere die Auseinandersetzung mit Chancenungleichheit in Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit, die innere Auseinandersetzung und Anspannung zwischen Soziale Arbeit und selbsterlebte Diskriminierung und die Thematisierung von Selbstschutz, Empowerment als auch Vernetzungsideen.

11) Soziale Arbeit im Spannungsfeld zwischen emanzipatorischen Ansätzen und institutioneller Beschränkung
Referent*innen: AKS Hannover
Teaser: Der Workshop beschäftigt sich anhand konkreter Fallkonstellationen mit der Frage mandatswidriger Umstände, unter denen Hilfen angeboten werden. In der Bearbeitung der Fallbeispiele sollen Grenzen und Möglichkeiten Sozialer Arbeit erarbeitet und Raum für Reflexion der eigenen (begrenzenden) Haltung gegeben werden.
Zudem sollen auch rassistische und diskriminierende Strukturen in der Sozialen Arbeit benannt und diskutiert werden. Hierbei wollen wir mit euch herausfinden, wie sich emanzipatorisches Denken in widerständiges Handeln in der Sozialen und Politischen Praxis umsetzen lassen kann. Ein gegenseitiger Austausch und stärkende Zusammenarbeit der AKS´e untereinander sind hierbei handlungsleitend.

12) Formen der Gegenwehr & Organisierung im Betrieb
Referent*innen: Philipp Heinze (ver.di & AKS München), Jana Rüger (GEW, Bezirksverband Leipzig)
Teaser: Streit um Eingruppierung oder Gehaltshöhe, unbezahlte Mehrarbeit, Nichteinhaltung von Ruhepausen oder wiederholte Übertragung von Extraaufgaben abseits der eigentlichen Tätigkeiten oder Dienstanweisungen, die die (Hilfs-)Angebote für unsere Adressat*innen einschränken – mit diesen und anderen Problemen werden Sozialarbeitende nicht selten in der Praxis konfrontiert. Aber wie dagegen wehren? In diesem Workshop möchten wir euch Möglichkeiten der Gegenwehr aufzeigen (Akteure, Rechtsgrundlagen, Vernetzungsmöglichkeiten innerhalb der Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte und in einem AKS). Wir wollen mit euch anhand aktueller Problemlagen aus der Praxis diskutieren, wie man sich innerhalb und außerhalb der Betriebe aufstellen kann, um gezielt(er) eine verbindliche Verbesserung der Arbeits- und Rahmenbedingungen erwirken zu können.

Themenräume Vernetzungscafé:
• Ist links, kritisch und Soziale Arbeit automatisch rassismuskritisch?
• Bundestreffen 2019 – Ideen und Planung
• „Widersprüche“- Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich
• Solidarität unter Sozialarbeiter*innen – eine Utopie?
• AKS Homepage und Verteiler
• Rechtsruck und Soziale Arbeit
• Feministischer Streik 2019
• Vernetzungsmöglichkeiten von Arbeitsgruppen kritischer Psychologie und kritischer Sozialer Arbeit
• Überlegungen zur Gründung einer basisdemokratisch organisierten und auf psychodynamischen Grundannahmen basierenden Wohngruppe für Jugendliche (im Raum Halle oder Leipzig)

*Die ‚Widersprüche‘ auf dem AKS Bundestreffen*


In diesem Jahr bekommen wir wieder Unterstützung von der ‚Widersprüche – Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich‘. Ihr dürft euch also auf eine mega Tombola auf der Party freuen, bei der es jede Menge Ausgaben der Zeitschrift und andere Bücher zu gewinnen gibt. Desweiteren wird Timm Kunstreich euch in einem Vernetzungs-Café auf dem Bundestreffen alle Fragen rund um die Zeitschrift und eure Möglichkeiten der Mitwirkung beantworten.
Ein großes Dankeschön geht damit an die Widersprüche und den Verlag Westfälisches Dampfboot!

Bleibt gespannt und vergesst nicht eure zeitnahe Anmeldung unter
aks.bundestreffen2018.leipzig@gmail.com
Bitte gebt an, ob ihr einen Schlafplatz oder eine Kinderbetreuung benötigt.